Genesis oder Genetik
Wie kam der Mensch in die Welt

Das erste Buch Mose und die moderne Vererbungslehre teilen sich nicht zufällig den gleichen Wortstamm: altgriechisch
»GENESIS« »génesis« bedeutet »Ursprung«,
»GENETIK« »geneá« bedeutet »Abstammung«.
Wie Mann und Frau entstanden sind, diese Frage hat die Menschen schon immer beschäftigt. Die Biebel beantwortet sie, indem sie Gott als kreativen Handwerker walten lässt. Die Wissenschaft hat stattdessen vor einigen Jahrzehnten das Reich der Gene entdeckt − und hält Adams Rippe das männliche »Y−Cromosom« entgegen.

Wie kam der Mensch in die Welt? Ist er ein Produkt der Evolution oder eines allmächtigen Schöpfergottes? Auch 153 Jahre nach Charles Darwins bahnbrechender Veröffentlichung seiner Evolutionslehre tobt der Streit zwischen Biologen und Bibelgläubigen weiter. Die eine Seite präsentiert den Menschen als (vorläufigen) Endpunkt einer langen Kette von Entwicklungsschritten: Aus den primitivsten Frühformen des Lebens bildeten sich demnach zahllose Arten, darunter die Primaten der Gattung »Homo sapiens«. Die andere Seite begreift uns als »Krone der Schöpfung«, von Gott nach seinem Ebenbild gestaltet.
 In der Genesis, dem ersten Buch Mose, heißt es dazu: »Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigemn Wesen«. Und weil er dem in der Gesellschaft von Tieren bald langweilig wurde, »ließ Gott, der Herr, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, sodass er einschlief, nahm eine seiner

Rippen und verschloss die Stelle mit Fleisch. Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er vom Menschen genommen hatte, eine Frau und führte sie dem Menschen zu«.
 Man geht heute davon aus, dass diese Erzählung etwa u 900 v. Chr. ihre Form gefunden hat. Lange Zeit mag sie kaum hinterfragt worden sein, aber es brauchte weder Aufklärung noch Naturwissenschaften, damit den Gläubigen irgendwann doch erste Zweifel kamen. Während die handwerkliche Arbeit an Adam, dem ersten Mann, noch halbwegs nachvorziehbar schien, stieß die Erschaffung Evas auf Unverständnis: Schon der Kirchenvater Augustinus (354 − 430) hätte gerne etwas genauer gewusst, wie aus einem schmalen Knochen eine vollständige Frau entstehen konnte. Wie, so fragte er, habe sich die Rippe anders vergrößern lassen als durch Verdünnung ihrer Materie? Dann müsste aber der Körper der Frau fast dünner sein als Luft. Entweder war also ein Wunder geschehen, oder Gott hatte fremden Stoff hinzugefügt.

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Diese Seiten wurden am Donnerstag, den 19. Januar 2012 um 13:01:45 überarbeitet.